Winterwanderung...im Regen

Wind und Wetter zum Trotz machten sich am Samstag, den 30. Januar 2016, acht tapfere Wandererinnen und Wanderer mit dem Zug am Rhein entlang von Mainz nach Kaub auf, um dort, nach kurzem Stopp in der DJH Kaub zur Gepäckabgaben, die erste von zwei Wandertouren an diesem Wochenende zu starten.

IMG_6395_CRK_kl.jpgAls die Wandergruppe sich für eine 15km lange Rundwanderung vor der Jugendherberge sammelt, gesellte sich auch pünktlich der Regen in voller Stärke dazu. Trotzdem, an Umkehren dachte keiner! Los ging es erst auf dem Rheinsteigzubringer und dann auf dem Rheinsteig selbst mit immer anspruchsvollerer Steigung Richtung Lorchhausen. Nach gut zwei Stunden im strömenden Regen musste sich auf Höhe der Clemenskapelle bei Lorchhausen die Gruppe leider aufteilen. Einige waren so durchnässt, dass ihnen nur noch die Fahrt zurück von Lorchhausen in die Kauber Jugendherberge als Option blieb. Der Rest der Gruppe machte sich auf, um sowohl die noch wasserdichte Kleidung als auch das eigene Durchhaltevermögen in Extrembedingungen auf die Probe zu stellen. Und beides wurde nicht geschont: Der Regen blieb auf dem Gebückwanderweg Richtung Hubertushof ihr treuer Begleiter, wo die geplante Einkehr mit der Begründung „Nichts wie heim!“  links liegen gelassen wurde. Weiter auf dem Rheinhöhenweg durch die Wälder des Rheingaus begleitet vom Ruf der Eichelhähere. In der nassen Erde zeichneten sich deutlich Tierspuren von Rehen und Wildschweinen ab. Als endlich die ersten Häuser von Kaub erschienen, stieg die Stimmung sprungartig. Nahe war die warme Dusche, die trockenen Wechselklamotten und das verdiente Abendessen. Zurück in der DJH trafen die beiden Gruppen wieder aufeinander und gemeinsam feierten sie stolz ihren abenteuerlichen Wandertag bei Essen, Spiel, aufwärmenden Getränken und Lachen.

IMG_6421_CRK_kl.jpgWährend der Nacht hatten die nassen Sachen Gelegenheit zu trocknen und die Wanderer neue Energie für den nächsten Tag zu tanken. Auch wenn sie am Morgen kein strahlender Sonnenschein begrüßte, war der Himmel hell, freundlich und regenwolkenfrei. Auf Grund von anderen Terminen brach nur die Hälfte der Gruppe nach dem Frühstück zur zweiten Wanderung auf: Mit Lunchpaket bewaffnet und mit trockener Kleidung gerüstet ging es auf der Fähre rüber auf die andere Rheinseite zur Engelsburg. Auf einem Zubringer zum Rheinburgenweg ging es angefeuert durch den Gesang der Kohlmeisen stramm bergauf. Die morgendlichen Höhenmeter brachten den Kreislauf in Schwung, oben belohnte der weite Blick über das Rheintal die Wandererinnen: Der Blick zurück nach Kaub, die darüber drohnende Burg Gutenfels, die auf einer Insel davorliegende Burg Pfalzgrafenstein, die Fähre, auf der man eben noch selbst übergesetzt war, wie sie eifrig zwischen links- und rechtsrheinischem Ufer hin- und herpendelte. Weiter ging es über offene Felder auf dem Rheinburgenweg, vorbei an einem Schwarm Wildgänse, die die heimische Umgebung scheinbar dem sonnigen Süden vorgezogen hatten. Schließlich öffnete sich der Blick über Bacharach und Trechtingshausen: Burg Stahleck, die Ruine der gotischen Wernerkappelle und etliche Fachwerkhäuser begrüßten die Wandergruppe aus der Ferne. Nur noch der steile Abstieg über den Eselsweg, dann entlang der Touristenmeile zum Bahnhof, wo der Zug keine 5 Minuten später die glücklichen Wandererinnen wieder nach Hause brachte.

Alle waren sich einig: Die Gegend und die Wanderstrecke waren wunderschön...gerne möchten sie alle noch einmal im Sommer erleben.

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